Das Beschleunigen von Innovationen in sicherheitsrelevanten Anwendungen nimmt am Innovation Center des dtec.bw eine besondere Stellung ein. Im Fokus stehen dabei für eine deutsche und europäische Technologiesouveränität wichtige, infrastrukturell aufwendige oder sicherheitsrelevante Technologiefelder wie nachhaltige Mobilität, autonome Systeme und auch New Space. Das seit September 2020 laufenden Projekte »ARMADA.space« zahlt auf Forschungsschwerpunkt Raumfahrttechnik und der Weltraumnutzung ein und entwickelt als Intrapreneurship-Projekt des Innovation Centers Technologieansätze für Satellitensysteme auf dem Gebiet der maritimen Sicherheit.

Innovationen durch Intrapreneurship für ein breites Anwendungsspektrum

Logoabbildung des ARMADA.spaceAls Exportnation ist Deutschland besonders auf einen Überblick im maritimen Umfeld angewiesen, damit ein sicherer Seeverkehr gewährleistet und auch die Beachtung von Umweltschutzrichtlinien durchgesetzt werden können. Seit September letzten Jahres werden bei »ARMADA.space« Technologieansätze für Satellitensysteme entwickelt, die von der zivilen »Maritime Domain Awareness« (Situationsbewusstsein für die Bedrohung und Zusammenhänge in maritimen Räumen) über den Umweltschutz und die Bekämpfung von illegaler Fischerei, bis hin zur Erforschung von sicherheitsrelevanten Anwendungen in maritimen Operationen reichen.

Das breite Anwendungsspektrum macht »ARMADA.space« für alle Stakeholder der maritimen Sicherheit sowie des Umweltschutzes und ressortübergreifend für den öffentlichen Sektor hochrelevant. Da neue Lösungen für sicherheitsrelevante Anwendungen entstehen und durch die Anbindungen an den innovationsgetriebenen »NewSpace«-Sektor wird »ARMADA.space« durch das Innovation Center des dtec.bw unter der Leitung von Prof. Rafaela Kraus als Intrapreneurship-Projekt gefördert. Das Projekt wird weiterhin durch die Fördermaßnahme EXIST-Potentiale des BMWi unterstützt. Die fachliche Projektleitung selbst liegt bei Alexander Genzel. Er ist Marineoffizier und hat an der Universität der Bundeswehr München Luft- und Raumfahrttechnik studiert. Als Projektleiter von »ARMADA.space« setzt er sich für den Einsatz von Innovationen in der Raumfahrt für die maritime Sicherheit ein. Mit Flottillenadmiral Christian Bock (Einsatzflottille I) und Prof. Andreas Knopp (Forschungszentrum SPACE der Universität der Bundeswehr München) wird das Projekt weiterhin von zwei Mentoren begleitet.

Satellitendaten für die maritime Sicherheit

Im Rahmen des Projektes »ARMADA.space« soll ein möglichst universell einsetzbares Nutzlastmodul für Kleinstsatelliten entwickelt werden, welches der Maritimen Domain Awareness dient. Es besteht aus einer zentralen Datenverarbeitungseinheit und einem Sensormix aus einer Spectrum Monitoring-Nutzlast, die Radar- und Kommunikationssignale geolokalisiert, einer Kamera mit Sensitivität im optischen Wellenlängenbereich und einem Automatic Identification Signal (AIS)-Empfänger.

Die Aufgabe der zentralen Datenverarbeitungseinheit ist die Fusion der Daten der unterschiedlichen Sensoren zu einem höherwertigen Datenprodukt, sowie die Vorauswertung des Materials und seine Kompression für den anschließenden, möglichst bandbreiteneffizienten Downlink zum Boden. Die Konzeption der Spectrum Monitoring-Komponente sowie die Konzeption und Entwicklung der Datenverarbeitungseinheit und der entsprechenden Algorithmen steht im Vordergrund. Durch die Nutzung dieser Daten lässt sich ein unabhängiger und umfassender Überblick auf das maritime Geschehen erreichen. Die Fusion unterschiedlicher Sensortypen erlaubt auch die Detektion von Schiffen, welche sich nicht zu erkennen geben und obligatorische Identifikationssignale (AIS) unterlassen. Ein unabhängiges Verständnis für die verschleierten Aktivitäten aller Arten von Schiffen ist unerlässlich, um Schäden an Fischbeständen oder der maritimen Umwelt verhindern zu können und tragen auch zu einer besseren Bewertungsgrundlage der maritimen Sicherheit bei.

Synergien mit der Satellitenmission von »SeRANIS«

Parallel läuft das Projekt »SeRANIS« als eines der größten Projekte des dtec.bw an. Es wird den Nutzen und die technologische Reife von weltraumbasierten Schlüsseltechnologien der Digitalisierung und damit auch die Signalerfassung untersuchen. Die hier anstehende Satellitenmission des Forschungszentrums SPACE an der Universität der Bundeswehr München bietet umfassende Synergien mit »ARMADA.space« und erlaubt künftig weitere gewonnene Daten im Bereich der maritimen Sicherheit einzusetzen.

Weitere Informationen zum Projekt »SeRANIS« gibt es hier >

 

Trenner_dtec.jpg

Bildquelle: © iStockphoto/Nietsch | Gestaltung »ARMADA.space«-Logo: Maximilian Kneer