Wissenschaftlicher Austausch zum Abschluss der »Digitalen Brücke«
3 Juni 2026
Am 21. und 22. Mai 2026 fand in Hamburg das zehnte und vorerst letzte Treffen des Doktorandennetzwerks »Digitalen Brücke« statt. Seit mehreren Jahren verbindet das Netzwerk unter der Leitung von Prof. Sylvia Keßler Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler mit Expertinnen und Experten aus Forschung, Industrie und Infrastrukturverwaltung, um aktuelle Entwicklungen im Bereich Structural Health Monitoring (SHM), Digitalisierung und datenbasierter Zustandsbewertung von Infrastrukturbauwerken zu diskutieren.
Im Mittelpunkt des diesjährigen Treffens standen datenbasierte Methoden zur Zustandsbewertung von Infrastrukturbauwerken, die Verknüpfung physikalischer Modelle mit Künstlicher Intelligenz sowie neue Ansätze für ein nachhaltiges Erhaltungsmanagement. Die Veranstaltung verdeutlichte, wie stark sich die moderne Infrastrukturforschung an der Schnittstelle von Bauingenieurwesen, Datenwissenschaft und maschinellem Lernen entwickelt.
Ein zentrales Thema war die Weiterentwicklung digitaler Zwillinge und intelligenter Informationssysteme für Bauwerke. Diskutiert wurden insbesondere physics-informed Ansätze, die physikalisches Wissen mit datengetriebenen Methoden kombinieren, um zuverlässigere Aussagen über Zustand und Verhalten von Infrastrukturen zu ermöglichen. Große Aufmerksamkeit erhielten Anwendungen Künstlicher Intelligenz im Structural Health Monitoring. Thematisiert wurden robuste Computer-Vision-Systeme, statistische Lernverfahren zur Kompensation von Umwelteinflüssen sowie Methoden des maschinellen Lernens zur Mustererkennung in Schadensentwicklungen. Dabei wurde das Potenzial moderner KI-Verfahren zur automatisierten Zustandsbewertung besonders deutlich. Weitere Schwerpunkte waren probabilistische und Bayes‘sche Methoden zur Unsicherheitsquantifizierung sowie datengetriebene Strategien zur Optimierung von Inspektions- und Instandhaltungsmaßnahmen. Darüber hinaus wurden semantische Datenmodelle und Ontologien für interoperable digitale Infrastrukturplattformen sowie ethische Fragestellungen datenbasierter Entscheidungen diskutiert.
Mit dem zehnten Doktorandennetzwerktreffen endet vorerst das etablierte Format der »Digitalen Brücke«. Über mehrere Jahre hinweg hat sich das Netzwerk als wichtige Plattform für den wissenschaftlichen Austausch, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich digitaler Infrastrukturforschung etabliert. Die Veranstaltung hat maßgeblich dazu beigetragen, junge Forschende mit nationalen und internationalen Expertinnen und Experten zusammenzubringen und neue Impulse für Forschung und Praxis zu setzen.
Über das Doktorandennetzwerk Digitale Brücke:
Das Netzwerk bündelt Forschungsaktivitäten im Bereich Structural Health Monitoring (SHM), digitale Zwillinge (RISK.twin) und datengetriebene Zustandsbewertung von Infrastrukturbauwerken. Im Mittelpunkt stehen innovative Methoden zur Überwachung, Bewertung und nachhaltigen Bewirtschaftung bestehender Bauwerke. Die beteiligten Projekte werden im Rahmen von dtec.bw finanziert und schaffen eine Grundlage für interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Infrastrukturbetreibern und Industrie.
Ansprechperson:
André Dzionara
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit dtec.bw
Tel.: +49 89 6004-4506
E-Mail: andre.dzionara@unibw.de
Titelbild: ©HSU/UniBw H (Keßler)